Gesundheitsminister Philippi befürwortet Social Media-Verbot für Kinder bis 16 Jahren – Radio Tonkuhle Hildesheim
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Der niedersächsische Familien- und Gesundheitsminister und derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Dr. Andreas Philippi, befürwortet ein Social Media-Verbot für unter 16-Jährige. Das sagte er anlässlich der Debatte der EU-Kommission zu einem möglichen "TikTok"-Verbot und der Warnung von Kinderärzten vor einem häufigen Medien- und Internetkonsum.

Die Debatte um den ungesunden Medien- und Onlinekonsum von Kindern und Jugendlichen sei nicht neu, so Philippi, die jetzt erreichte Dimension das Problems aber schon. Die neueste Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeige, dass rund 96 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren täglich das Internet nutzen, wobei die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Woche seit 2019 von 23 auf nun 26 Stunden angestiegen sei. Kinderärzte schlügen nun bereits bei Kleinkindern wegen der Folgeschäden von Online- und Mediensucht Alarm.

Die Politik dürfe dies nicht einfach hinnehmen. Der Bund sollte deshalb ein Maßnahmenpaket zu schnüren, um den Kindern und Jugendlichen zu helfen, wofür man eine gute Datenbasis brauche. Ein Social Media-Verbot für unter 16-jährige, wie es letztes Jahr in Australien eingeführt wurde, sei sinnvoll, und die Eltern bräuchten mehr Aufklärung darüber, dass hier ein hohes Suchtpotential bestehe - mit der Folge von sozialem Rückzug und Isolation sowie weniger Hobbies und anderer Aktivitäten. Den Kindern selbst könnten die Folgen ihres Medienkonsums noch gar nicht bewusst ein, so Philippi abschließend.

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