Stadt gedenkt der Opfer des Holocaust – Radio Tonkuhle Hildesheim
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In einer zentralen Gedenkveranstaltung ist gestern Abend in der Hildesheimer Nordstadt an die Opfer des Holocausts erinnert worden. Die Stadt und das Bündnis "Ins Licht gerückt" luden dabei zum Auftakt vor der Martin-Luther-Kirche, an die Bilder von Schülerinnen und Schülern projiziert wurden. Im Anschluss erinnerte Wilfried Duckstein vor dem Nordfriedhof an den dort bestatteten Widerstandskämpfer Gustav Hoppe, der wegen seiner Aktivitäten acht Jahre im Gefängnis verbringen musste, darunter mehrere Jahre in Einzelhaft, und dabei Folter und Misshandlungen erlitt.

Abschließend gab es in der nahen Robert-Bosch-Gesamtschule eine Versammlung, bei der die Schulleiterin Yvonne Schweppe, Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hildesheim, Channah von Eickstedt, sprachen. Meyer sagte, Erinnerung spiele beim Erhalt der Demokratie eine zentrale Rolle. Sie solle nicht lähmen oder beschämen, sondern sensibilisieren und in die Lage versetzen, Gefährdungen früh zu erkennen. Wenn heute antisemitische Ressentiments wieder offen geäußert werden, sei das kein Randphänomen, sondern ein Warnsignal für die demokratische Kultur insgesamt. Von Eickstedt erinnerte daran, dass es auch unter den Juden im Konzentrationslager Auschwitz Widerstandskämpfer gab - ihre Ansprache hatte den Titel "Nicht wie Lämmer zur Schlachtbank".

Neben dieser zentralen Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag haben in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler des Scharnhorstgymnasiums die im Stadtgebiet verlegten Stolpersteine gereinigt. Nächsten Mittwoch wird außerdem ab 17 Uhr im Rathaus ein neues Buch mit Biografien der als Juden verfolgten Hildesheimerinnen und Hildesheimer vorgestellt.

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