Für den Schulbedarf eines Kindes wie Bücher, Hefte oder Taschenrechner müssen Eltern im Jahr teilweise mehr als 300 Euro einplanen. Das geht aus einer neuen Studie im Auftrag der evangelischen Kirche hervor.
Im Durchschnitt kostet ein Schuljahr 180 Euro an einer Förderschule und 237 Euro an einem Gymnasium. In manchen Jahren, wie etwa dem der Einschulung, liege diese Summe auch deutlich höher. Einkommensschwache Familien würden über das „Teilhabepaket“ der Bundesregierung aber nur mit 100 Euro im Jahr gefördert. Dies reiche nicht aus, sagte Diakonie-Chef Christoph Künkel – schon in der ersten Klasse seien so die Ausgangsbedingungen für die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich, und das setze sich fort. Künkel forderte deshalb, den staatlichen Zuschuss für Schulbedarf zu verdoppeln.
fx
Die Hildesheimer Sprachwissenschaftlerin Elke Montanari hat sich für mehr Unterstützung für Schulen bei der Förderung von Flüchtlingskindern ausgesprochen.
Ein Problem bei der sprachlichen Förderung von Flüchtlingskindern sei unter anderem, dass es an Struktur mangle. So würden die Schüler an einigen Schulen direkt in Regelklassen geschickt, weil die Kapazitäten für Sprachlernklassen nicht ausreichten. Dies habe schnell einen Rückgang der Motivation der Schüler zur Folge, so Montanari. Um die Flüchtlingskinder auf eine Schulkarriere vorzubereiten, bräuchten die Schulen mehr Unterstützung, fordert die Expertin. Die Pädagogen brauchten Entlastungsstunden und Unterrichtsräume. Außerdem müssten neue Kollegen eingestellt werden.
Weiterhin spricht sich die Wissenschaftlerin für die ausnahmslose Schulpflicht für alle Flüchtlingskinder aus. In Erstaufnahmelagern wird diese ausgesetzt.
bjl
Der Deutsche Tierschutzbund hat der Bundesregierung Versagen bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln vorgeworfen. Sie komme seit Jahren ihrer Verantwortung für eine transparente Kennzeichnung nicht nach, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder in einem Zeitungsinterview. Die gesetzlichen Standards seien noch immer ungenügend – statt Aufklärung zu betreiben, hätten Werbelügen von glücklichen Tieren weiterhin Raum.
Die Intensiv-Tierhaltung in Deutschland sei eine "Qualzucht", sagte Schröder weiter. Dies gelte besonders für die Putenhaltung. Wer Putenfleisch aus konventioneller Haltung zu sich nehme, esse Fleisch von verkrüppelten Tieren. Vor allem männliche Puten könnten am Ende der Mast kaum noch stehen, weil sie „schlichtweg kaputtgezüchtet“ seien. Dabei seien die Landwirte oft genauso Opfer des vorherrschenden Billigpreissystems wie ihre Tiere. Der Handel nehme in Deutschland ganz klar das Leiden von Tieren in Kauf.
fx
Die Region Hildesheim-Hannover hat im ersten Halbjahr 2015 das größte Tourismus-Plus in Niedersachsen verzeichnet.
Wie das Statistische Landesamt meldet, wurden hier 225.000 Übernachtungen mehr verbucht als im gleichen Zeitraum in 2014. Das ist ein Plus von zehn Prozent. Insgesamt habe der Tourismus im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent bei den Gästeankünften und 2,5 Prozent bei den Übernachtungen zugenommen. Allerdings fuhren weniger Menschen auf Campingplätze und an die Nordseeküste, heißt es weiter.
cw
Im Innenministerium wird offenbar an Maßnahmen gearbeitet, Asylverfahren für Menschen aus Balkan-Staaten zu erschweren. Das berichtet unter anderem der "SPIEGEL". So sollen Antragsteller künftig sechs statt bisher drei Monate in Erstaufnahmelagern bleiben. Das würde die Abschiebung erleichtern, wenn der Antrag abgelehnt wird. In den letzten Wochen kritisierten Regierungsvertreter mehrfach, dass viele Asylanträge von Menschen aus Serbien, Mazedonien oder dem Kosovo gestellt werden – solche Anträge seien in der Regel aussichtslos.
Die Bundesregierung hat letzte Woche beschlossen, die Mittel an Länder und Kommunen für die Unterbringung von Flüchtlingen auf eine Milliarde Euro zu verdoppeln. Gleichzeitig wird überlegt, Bargeldzahlungen an Asylantragsteller einzuschränken.
fx
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