Die hiesigen Caritasdirektor:innen Achim Eng und Annette von Pogrell begrüßen die gestrige Entscheidung der deutschen katholischen Bischöfe für eine neue kirchliche Grundordnung, an deren arbeitsrechtliche Bestimmungen die Caritas als Wohlfahrtsverband der Katholischen Kirche gebunden sei. Die katholischen Bischöfe seien damit endlich in der Gegenwart der Arbeitswelt angekommen, sagte Eng, dessen Diözesancaritasverband für 9.000 Beschäftigte im östlichen Niedersachsen von Nordsee bis Harz spricht. Die Caritas habe sich intensiv an der Debatte um die Reform der Grundordnung beteiligt und dazu bekannt, sich allen Menschen zu öffnen. Man wolle zeigen, dass alle Menschen guten Willens eingeladen sind, zusammen Caritas zu sein, so Eng - unabhängig von Alter und Geschlecht, von Hautfarbe und sexueller Identität, egal ob verheiratet, alleinlebend, wiederverheiratet oder geschieden. Diese Punkte konnten bisher durch die kirchliche Grundordnung eine Hürde für eine Einstellung sein.
Von Pogrell sagte, die Reform war zeitlich überfällig. Eine Einmischung ins Privatleben der Menschen, die bei der Caritas jeden Tag ihren Dienst am Nächsten erfüllen, war nicht akzeptabel und rechtlich nicht mehr haltbar. In einem Punkt würden die Debatten um die Grundordnung aber weitergehen: Noch immer sehe diese einen Austritt aus der katholischen Kirche als Kündigungsgrund an, während konfessionslose, protestantische oder muslimische Mitarbeitende keine arbeitsrechtlichen Folgen dieser Art zu erwarten hätten. Eng sagte dazu, man wünsche sich die Möglichkeit, die Fälle des Kirchenaustritts individualisiert zu betrachten.
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Die Hildesheimer Gruppe von Extinction Rebellion hat für den Freitag zu einem so genannten Swarming an der Kreuzung Hindenburgplatz/Zingel aufgerufen. Man werde um 14 Uhr diese Kreuzungsseite jeweils fünf Mal je drei Minuten lang blockieren, teilen die Organisatoren mit, abwechselnd auf beiden Fahrseiten. Dies sei bei der Stadt angemeldet. Die verbleibende Zeit der Blockade werde durch Minutenschilder angezeigt, und auf freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge werde geachtet.
Extinction Rebellion solidarisiere sich mit den Forderungen der "Letzten Generation", hieß es weiter: Ein Tempolimit von 100 km/h und ein 9-Euro-Ticket für alle. In der Bevölkerung gebe es große Mehrheiten für diese ersten Sicherheitsmaßnahmen gegen den drohenden Klimakollaps, es fehle aber an der politischen Bereitschaft der Bundesregierung, diese Maßnahmen umzusetzen. Ziel des Swarmings sei, mit den Passantinnen und Passanten hierzu ins Gespräch zu kommen und auf den drohenden Klimakollaps hinzuweisen. Für Hildesheim fordere man eine Klimaneutralität bis 2030.
Man wisse, dass die Bevölkerung zurzeit eine Krise nach der anderen bewältigen müsse, und man habe hohen Respekt vor diesen Anstrengungen, so das Organisationsteam weiter. Wenn die Regierung jedoch entschlossene Maßnahmen gegen den Klimakollaps im Alltagsgeschäft für lediglich zwei bis drei weitere Jahre hintenan stelle, dann werde es zu spät sein.
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Die neue Omikron-Untervariante BQ.1.1 des Coronavirus ist offenbar gegen alle zugelassenen Antikörpertherapien resistent. Das ergab eine Studie der Universität Erlangen-Nürnberg und des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen. BQ.1.1 sei zurzeit weltweit auf dem Vormarsch, und konnte in Tests weder durch einzelne Antikörper noch durch Antikörpercocktails neutralisiert werden - anders als die noch vorherrschende Omikron-Untervariante BA.5.
Als Konsequenz werde die Entwicklung neuer Antikörpertherapien nötig, so die Göttinger Wissenschaftler. Insbesondere in Regionen, in denen BQ.1.1 stark verbreitet ist, sollten Ärzte bei der Behandlung von infizierten Risikopatienten zusätzlich die Gabe von weiteren Medikamenten wie Paxlovid oder Molnupiravir in Betracht ziehen. Insbesondere alte Menschen oder solche mit einem geschwächten Immunsystem bildeten selbst nach vollständiger Impfung oftmals keine ausreichende Immunantwort, weshalb ihnen biotechnologisch hergestellte Antikörper vorbeugend oder als frühe Therapie bei einer diagnostizierten Corona-Infektion verabreicht werden.
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Wegen großer Nachfrage hat das Theater für Niedersachsen einen zusätzlichen Termin für das traditionelle Neujahrskonzert angesetzt. Zusätzlich zu den Terminen am 2., 4. und 6. Januar werde es nun auch am am Mittwoch, dem 11. Januar um 19:30 Uhr eine Vorstellung geben. Die musikalische Leitung des Abends, der wie beim Neujahrskonzert üblich auch Überraschungen bieten soll, liege dieses Mal in den Händen von Achim Falkenhausen, der gemeinsam mit Intendant Oliver Graf den Abend auch moderiere. Neben der tfn-Philharmonie träten außerdem Sopranistin Sonja Isabel Reuter und Bariton Felix Mischitz auf. Karten seien ab 12 Euro im Service Center, unter Telefon 0 51 21 - 1693 1693 sowie auf www.mein-theater.live erhältlich.
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Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am Freitag verteilt ein Hildesheimer Aktionsbündnis wieder besonders gestaltete Brötchentüten. Die Aktion findet dieses Jahr zum mittlerweile 16. Mal durch, heißt es in einer Mitteilung. 35 000 Tüten mit der Aufschrift „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte“ werden demnach vor allem an kooperierende Bäckereien, Kioske und Lebensmittelläden in Stadt und Landkreis Hildesheim verteilt und dort ausgegeben. In den Tüten befinde sich ein Infozettel mit Kontaktadressen regionaler Beratungsstellen.
Am Freitag werden darüber hinaus Mitglieder des Aktionsbündnisses von 12 bis 13 Uhr vor der Jakobi-Kirche eintausend Tüten verteilen. Dies werde von der Trommelklasse der St.-Augustinusschule begleitet - so sollen noch mehr Menschen auf die Aktion aufmerksam gemacht werden. Ihr Ziel ist, Protest dort ankommen zu lassen, wo Gewalt gegen Frauen am häufigsten stattfindet – im häuslichen Umfeld.
Die Fallzahlen seien in diesem Jahr in Stadt und Landkreis wieder gestiegen, so das Aktionsbündnis weiter. Allein die Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt habe bislang schon über 700 Meldungen von der Polizei erhalten, wohingegen es im letzten Jahr um diese Zeit nur 605 Meldungen waren. Auch sei das Frauenhaus das ganze Jahr voll belegt gewesen und es gebe eine Warteliste. Nicht nur Gewalt in Beziehungen nehme zu, sondern auch in ehemaligen Beziehungen. Frauen würden von ihren Ex-Freunden oder -Ehemännern weiterhin belästigt, bedroht und auch körperlich angegriffen. Da viele Frauen von sich aus keine Hilfe suchen, sei es umso wichtiger, sie anzusprechen und das Thema immer wieder öffentlich zu machen.
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