Eine Messerattacke am vorletzten Wochenende in Gifhorn hat ein schweres Nachspiel gehabt. Das teilt die zuständige Staatsanwaltschaft in Hildesheim mit. Der 25-jährige, dringend tatverdächtige Beschuldigte sei seit dem letzten Donnerstag in Auslieferungshaft, nachdem er in Ungarn festgenommen wurde.
Am Tag zuvor sollen indes sechs 17-bis 31-jährige Angehörige des bei der Messerattacke verletzten Mannes den 36 Jahre alten Bruder des Tatverdächtigen in eine Falle gelockt und über einen Zeitraum von mehreren Stunden körperlich misshandelt haben. Sie wollten laut Bericht den Aufenthaltsort des Bruders erfahren. Dabei sollen Schlagwerkzeuge, Messer und eine Waffe zum Einsatz gekommen sein. Nach etwa drei Stunden erfolgloser Folter sollen die sechs Beschuldigten aufgegeben haben; der 36-Jährige will sich durch eine List dem Geschehen entzogen haben.
Das Sextett wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt – er erließ Haftbefehle gegen alle von ihnen.
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Im Falle der Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Bischof Heinrich Maria Janssen und den Priester Peter R. hat das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München heute einen Aufruf an mögliche Opfer gestartet. Menschen, die sexualisierte Übergriffe durch den verstorbenen Bischof oder den pensionierten Priester Peter R. während ihrer Tätigkeit im Bistum Hildesheim erlitten oder davon Kenntnis erlangt haben, werden gebeten, sich beim IPP zu melden.
Es seien dabei auch Hinweise wichtig, wie das Bistum mit anderen Vorwürfen sexualisierter Gewalt umgegangen sei, hieß es. Das IPP erstelle in der Sache ein Gutachten und untersuche gegenwärtig vor allem die Missbrauchsvorwürfe gegen Janssen und Peter R. Alle Angaben und Daten würden streng vertraulich behandelt und nach Abschluss des Gutachtens gelöscht. Meldungen können über die E-Mail-Adresse
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Der Autobauer Volkswagen hat Berufung gegen ein Urteil der 3. Zivilkammer des Landgerichts Hildesheim eingelegt. Sie hatte Mitte Januar entschieden, dass der Käufer eines Skoda Yeti nach dem Abgasskandal Anspruch auf Erstattung des vollen Kaufpreises hat. Das Urteil fand weite Beachtung, weil hier zum ersten Mal der VW-Konzern selbst und nicht ein Autohändler verurteilt wurde.
VW hatte bereits kurz nach der Urteilsverkündung Rechtsmittel angekündigt. Das Verfahren wird jetzt beim Oberlandesgericht Celle fortgesetzt.
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In der Hildesheimer Nordstadt wird jetzt die Sachsenringbrücke über die Eisenbahnstrecke nach Harsum umfangreich saniert. Im Zuge der Arbeiten, die bis Oktober andauern sollen, wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen, teilt die Stadt mit.
Ab heute werde zunächst die unter der Brücke verlaufende Heinrichstraße für den Kraftverkehr gesperrt. Das Vereinsheim der Junggesellenkompanie ist dann nur noch von Norden her erreichbar. Ab Freitag wird dann auch auf der Brücke selbst eine Baustelle eingerichtet, und der Verkehr wird auf je eine Fahrspur verengt. Es sei auch mit weiteren, kurzfristigen Einschränkungen zu rechnen, so die Stadt.
Die Sachsenringbrücke wurde 1968 gebaut. Im Laufe der Sanierung werden unter anderem die Fahrbahnen erneuert, der Beton und die Fugen des Bauwerks saniert und die Leitplanken zwischen der Kreuzung zum Kennedydamm und dem Sachsenring-Kreisel zurückgebaut.
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Korrektur Montag 16 Uhr: Nach Angaben der Stadt wird die Baustelle auf der Brücke nun schon am Freitag (31. März) eingerichtet statt wie bisher berichtet am Montag danach.
Große Geflügelställe in der Nähe von Wohnsiedlungen sollen künftig mit Luftfiltern ausgerüstet werden. Das sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) in der „Nordwest-Zeitung“ aus Oldenburg.
Die Belastung mit gesundheitsgefährdenden und potenziell krebserregenden Feinstäuben sei in der Nähe solcher Ställe besorgniserregend hoch. Dies zeige auch eine neue Untersuchung niederländischer Ärzte. Menschen litten in solchen Bereichen deutlich häufiger unter Lungen- und Atemwegserkrankungen – die niederländischen Mediziner hatten aus ihren Ergebnissen ein elf Prozent höheres Risiko von Lungenentzündungen im Umfeld großer Hühnerställe abgeleitet.
Meyer sagte, man müsse gemeinsam mit dem Bund neue Regeln aufstellen. Sein Ziel seien 70 Prozent weniger Stäube aus großen Ställen. Außerdem forderte er eine Obergrenze für die Zahl der Tiere in den Ställen. Ab einer Grenze von 30.000 Masthühnern, 15.000 Legehennen oder 1.500 Mastschweinen sollte die baurechtliche Privilegierung entfallen, und die Kommunen sollten so „ein echtes Mitspracherecht“ bekommen, so Meyer.
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