Der Hildesheimer Stadtrat hat heute Abend eine Bewerbung um den Titel "Kulturhauptstadt Europas" im Jahr 2025 wahrscheinlicher gemacht. Er stimmte einstimmig einem Antrag mehrerer Fraktionen zu, dass die Verwaltung eine Bewerbung für den Rat vorbereiten soll.
Dies steht unter Vorbehalt einer weiteren positiven Entscheidung des Kreistags, der Beteiligung weiterer Partner und insbesondere finanziellen Vorgaben: Die Stadt darf demnach zunächst über drei Jahre maximal 90.000 Euro für die Bewerbung beisteuern, und bei Zusage des Titels maximal eine Million Euro. Die Fraktionen begründen diese Vorgaben mit den engen Finanzgrenzen durch den Zukunftsvertrag mit dem Land.
Der Abstimmung war eine über einstündige Debatte vorangegangen. Die CDU warb für den Ur-Antrag ohne die finanziellen Vorgaben. Bei der Abstimmung dafür stimmten jedoch alle anderen Fraktionen dagegen. Daraufhin schloss sich die CDU dem erweiterten Antrag der anderen Fraktionen an.
fx
Gestern haben in Göttingen, Northeim und Friedland weitgehend friedliche Demonstrationen gegen den rechtsextremen „Freundeskreis Thüringen/ Niedersachsen“ stattgefunden, der zeitgleich zu einer Kundgebung aufgerufen hatte. Wie die Polizei meldet, standen dabei rund 100 Rechte knapp 1200 Gegendemonstranten gegenüber – sie war mit einem Großaufgebot aus ganz Niedersachsen vor Ort, um beide Seiten zu trennen.
An der Bahnstrecke von Göttingen nach Friedland habe es einen Brandanschlag auf einen Kabelschacht gegeben, bei dem Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro entstand. Ansonsten seien bei den Demos etwa 40 Personen erkennungsdienstlich behandelt und 200 kontrolliert worden.
Insgesamt wurden 70 Verfahren eingeleitet, unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, Beleidigung, gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Brandstiftung und Landfriedensbruchs. Drei Beamte wurden im Einsatz verletzt, hieß es weiter – zwei durch ein Knalltrauma durch Feuerwerk und einer durch einen Schlag gegen seinen Schutzhelm.
kk/fx
Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat einen 45-jährigen Mann aus dem Landkreis Wolfenbüttel wegen Totschlags angeklagt. Laut Mitteilung wird dem Mann vorgeworfen, Anfang November bei Hohenhameln eine 40-jährige Prostituierte in ihrem „Love-Mobil“ getötet zu haben.
Der Anklage nach war der 45-jährige mit der Frau wegen seiner verschwundenen Geldbörse in Streit geraten. Er soll sie zu Boden geschlagen und im Anschluss so stark gewürgt haben, dass sie erstickte. Dann nahm er spontan ihr Mobiltelefon, ihre Tageseinnahmen und einen mobilen Fernseher mit und fuhr davon.
Er war später zunächst als Zeuge befragt worden, verstrickte sich dann aber in Widersprüche und offenbarte sogar Täterwissen, so die Staatsanwaltschaft. Der Mann sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft. Er bestreitet die Tat.
kk
Eine Gruppe bulgarischer Arbeiter ist offenbar bei ihrer Arbeit am Hildesheimer Coca Cola-Standort ausgebeutet worden. Wie die Beratungsstelle für mobile Beschäftigte in Oldenburg meldet, waren die Arbeiter über Werkverträge durch einen Subunternehmer eines Subunternehmers beschäftigt. Sie haben ab Januar Flaschen sortiert, wurden aber vor kurzem fristlos gekündigt. Sie haben nur für Januar ihr Gehalt bekommen.
Solche Fälle kämen häufiger vor, so die Beratungsstelle, für ein großes Unternehmen wie Coca Cola sei es aber eher untypisch. Der Fall werde jetzt von einem Anwalt in Hannover weiterverfolgt.
Coca Cola teilte auf Anfrage mit, man bedauere den Vorfall sehr. Man befinde sich dazu im engen Austausch mit dem Vertragspartner. Die beteiligten Subunternehmer wollten sich nun treffen, um über den Fall zu sprechen und eine Lösung zu finden. Der Konzern werde die Geschehnisse sorgfältig prüfen und analysieren, und gegebenenfalls weitere Konsequenzen ziehen.
fx
Der Stadtrat entscheidet in seiner Sitzung heute Abend über eine Bewerbung Hildesheims als Europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2025. Für den Tagesordnungspunkt wird eine intensive Debatte erwartet: In der Politik gab es bis zuletzt keine Einigkeit.
Während insbesondere die CDU eine Bewerbung nachdrücklich unterstützt, wollen andere Fraktionen, insbesondere SPD und Grüne, einen engen Finanzrahmen dafür setzen. Dies war sowohl bei Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer als auch beim Freundeskreis für die Kulturhauptstadt auf Kritik gestoßen: ein zu enges Korsett ersticke Initiative und Kreativität. Die Ratssitzung beginnt um 18 Uhr.
fx