Landrat Bernd Lynack hat den so genannten Katastrophen-Voralarm ausgerufen, womit die Gesamtkoordination des regionalen Hochwassereinsatzes beim Landkreis Hildesheim liegt. Wie der Kreis mitteilt, ist dies eine Reaktion auf vorhergesagte steigende Pegelstände für Leine und Innerste, auch wegen der erhöhten Abflüsse aus der Innerste-Talsperre im Harz und dem Polder Salzderhelden.
In der Nacht und den frühen Morgenstunden zum Mittwoch werde so für die Innerste mit einem Pegelstand von 6,35 bis maximal 6,80 Metern und für die Leine von 4,40 bis maximal 4,60 Metern gerechnet. Aktuelle Schwerpunkte lägen derzeit bei Holle, Diekholzen/Egenstedt, Giesen und Sarstedt.
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Im Hildesheimer Stadtgebiet ist die Hochwasserlage weiter stabil. Wie die Feuerwehr mitteilt, gab es heute um 10 Uhr eine erste Lagebesprechung des Tages. Alle bisher besprochenen Maßnahmen zum Hochwasserschutz seien dabei thematisiert und für weiterhin mehr als ausreichend erklärt worden. Der Stab für außergewöhnliche Einsatzlagen, kurz SAE, sei in die Rufbereitschaft entlassen worden. Instandhaltungs- sowie Kontrollmaßnahmen würden weiterhin durchgeführt, und auch durch die Ortsfeuerwehren weitere Sandsäcke zur Bevorratung befüllt und zum sofortigen Abtransport bereitgestellt.Sollte sich die Lage ändern, könnten sofort weitere Maßnahmen eingeleitet werden.
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Aus der Innerste-Talsperre kommt seit der letzten Nacht sehr viel mehr Wasser aus dem Harz herunter als zuvor. Dies liegt daran, dass ihre Kapazitätsgrenze erreicht ist. Bis gestern Nachmittag war die Wasserabgabe noch auf unter 12 Kubikmeter pro Sekunde begrenzt und wurde dann zunächst auf knapp unter 15 Kubikmetern erhöht. Heute morgen dagegen lag der Wert bei knapp 33 Kubikmetern. Damit verschärft sich die Lage flussabwärts, so dass der Landkreis seine zuletzt ausgesetzte übergeordnete Einsatzleitung wieder aktiviert. Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdiensts vor ergiebigem Regen im Harz gilt noch bis heute 12 Uhr, aktuell regnet es dort nicht mehr.
Der Innerste-Pegel bei Heinde bewegt sich seit Heiligabend relativ stabil um seinen bisherigen Höchstwert von 6,20 Meter herum (Stand 10 Uhr), die aktuelle NLWKN-Prognose zeigt einen nur leichten Anstieg bis morgen. Ebenfalls stabil ist der Pegel der Leine bei Poppenburg mit rund 4,30 Metern. Die Lamme in Bad Salzdetfurth hatte bisher mit Beginn des 24. ihren bisherigen Höchstwert von 3,30 Metern erreicht und war danach in Wellen zwischen 2,50 und 2,90 Metern stagniert. Derzeit liegt sie wieder bei 2,90 Metern.
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Die Stadt Sarstedt hat dazu aufgerufen, die Hochwassergebiete rund um die Stadt weiträumig zu meiden. Die Arbeit der Einsatzkräfte dort dürfe nicht behindert werden, heißt es auf der Internetseite der Stadt. Auch seien etwa Fahrten mit Kanu oder Schlauchboot auf den Flüssen oder Überschwemmungsgebieten verboten - es bestehe akute Lebensgefahr.
Die Pegel seien zwar derzeit stabil, der noch erwartete neue Regen bereite aber Sorgen. Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Harz bis morgen Mittag vor weiteren ergiebigen Regenfällen.
In Folge der Hochwasserlage sind derzeit um Sarstedt einige Straßen gesperrt, so die Stadt weiter:
"- Vom Nordring in den Trog ist die Hans-Henning-Brandes-Straße halbseitig bis zum Dachsteinweg links Richtung Bahnhof / Tierklinik Lippegaus geöffnet. Der Dachsteinweg geradeaus weiter Richtung Ruthe ist komplett gesperrt.
- Auch der Innerste-Radweg von Ruthe nach Sarstedt ist vollständig gesperrt.
- Straßensperrung von Schliekum nach Ruthe: Vollsperrung auf der Ruther Straße in Richtung Ruthe ab Hopfenberg / Schäferberg.- Straßensperrung von Ruthe nach Heisede: Die Kreisstraße K514 von Ruthe vor der Innstebrücke nach Heisede ist komplett gesperrt. Von Heisede kommend Richtung Ruthe ist die Marienburger Straße nur bis zur Abfahrt in die Dorfstraße offen. Auch die Radwege von Ruthe nach Heisede sind vollständig gesperrt.
- Die Wenderter Straße Richtung Schliekum ist gesperrt. Ebenso die Leine Brücke in Schliekum.
- Von Jeinsen nach Schliekum (Schliekumer Straße) ist die Straße halbseitig gesperrt. Anlieger frei.
Weitere Straßensperrungen im Stadtgebiet:
- Brickelweg
- Willy-Jädtke-Weg bis zum Wehr
- Schleppweg zwischen Giesener Straße und Brickelweg
- Schützenstraße und Wiesenstraße
- Der Parkplatz (ehemalige Post) und der Avacon Parkplatz (Jacobistraße) sind gesperrt."
Sandsäcke werden auch heute wieder bis 16 Uhr in der Straße Am Teinkamp am Wendehammer ausgegeben. Ebenfalls bis 16 Uhr ist unter 0 50 66 - 805 100 ein Bürgertelefon freigeschaltet.
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Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat in seiner Weihnachtspredigt die Bedeutung von Hoffnung und Vertrauen betont. Er rief heute im Hildesheimer Dom die Menschen dazu auf, eine Hoffnungsgesellschaft zu werden und zu bleiben. Dabei ging er auf die gegenwärtige Weltlage mit ihren zahlreichen Krisen ein, darunter dem Krieg in der Ukraine, der Flüchtlingskrise, dem Klimawandel und dem Krieg im Nahen Osten. Er berichtete von seinem letzten Besuch im Heiligen Land: Er habe dort die Not der Menschen, von Israelis und Palästinensern, von Juden, Christen und Muslimen, gesehen. In Deutschland sei es ein Skandal, dass sich Menschen nicht mehr trauen können, auf der Straße Hebräisch zu sprechen, weil sie Angst vor Übergriffen hätten - Antisemitismus sei Sünde.
Vor dem Hintergrund all dieser Krisen und Herausforderungen schwinde die Hoffnung, diese zu bewältigen, und man könne verzweifeln. Man müsse sich aber dem Leben stellen, so Wilmer. Hoffnung wachse aus Vertrauen. Einer Gesellschaft könne die Hoffnung genommen werden, wenn Vertrauen immer mehr zerstört werde. Dann entstehe eine Atmosphäre des generellen Misstrauens, in der niemandem mehr geglaubt werde, weder in der Politik, der Wissenschaft oder der Presse. Eine solche Gesellschaft drohe instabil zu werden und ins Chaotische abzugleiten, um sich dann in einer Diktatur wiederzufinden, welche die Grundrechte missachtet. Deshalb sei die Kultivierung des gegenseitigen Vertrauens so wichtig, allerdings nicht unkritisch: Glaubwürdigkeit müsse auch immer wieder angefragt werden.
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