Möglicherweise werden bis Donnerstagmittag keine Züge am Hildesheimer Bahnhof starten oder halten können. Wie die NordWestBahn meldet, sei dies eine aktuelle Prognose - die Weserbahn zwischen Hameln und Elze sei dagegen wieder frei, am Vormittag aber konnten noch in Hameln abgestellte Züge starten, weil sie dort eingeschneit sind. Auf Weser- und Lammetalbahn seien aber Bus-Ersatzverkehre eingerichtet.
Die Bahn meldet, dass auf der Linie S4 Erprobungsfahrten stattfinden sollen und eine Betriebsaufnahme in Schritten möglich sei - bis zum Nachmittag fuhren Züge nur von Hannover Hbf in Richtung Norden. ICEs fahren weiterhin nicht über Hildesheim, das Portal bahn.de verweist stattdessen auf Verbindungen über Hannover
Der Metronom zwischen Hannover und Göttingen fährt wieder, allerdings mit Verspätungen und ohne Halt in Kreiensen.
Der erixx dagegen hat schon mitgeteilt, dass der Regionalexpress Hannover-Hildesheim-Bad Harzburg heute nicht mehr fahren wird. Beim enno heißt es, es werde zum Mittag neue Informationen geben.
Da sich die Lage trotz aller Prognosen kurzfristig ändern kann, sollten Bahnreisende stets die Live-Fahrpläne der Anbieter konsultieren.
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Auch im Landkreis Hildesheim sind jetzt erste Fälle von Corona-Infektionen mit der Mutation B.1.1.7 nachgewiesen worden. Wie der Landkreis mitteilt, wurde sie bei fünf Personen verschiedenen Alters festgestellt. Das Gesundheitsamt hat in diesem Fällen - wegen der mutmaßlich höheren Infektionsgefahr - eine 14-tägige Quarantäne verhängt statt wie sonst eine zehntägige. Sollte ein erneuter Test wieder ein positives Ergebnis zeigen, wird sie um eine Woche verlängert. Der Landkreis verfolgt die Kontaktpersonen zurück, sie müssen sich einem Test unterziehen. Bei den fünf Personen gibt es bisher sowohl Fälle mit Symptomen als auch ohne.
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Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) geht derzeit davon aus, dass noch keine Lockerungen im Corona-Lockdown möglich sind. Er halte eine Verlängerung der Beschränkungen für unausweichlich, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen heute, auch wegen der weiterhin unklaren Lage mit der Ausbreitung neuer Virus-Mutationen. Weil wolle sich beim morgigen Spitzengespräch zwischen Bund und Ländern für ein bundeseinheitliches Vorgehen einsetzen.
Das Robert-Koch-Institut halte für möglich, dass die neuen Mutanten bereits einen zweistelligen Prozentanteil beim Infektionsgeschehen in Niedersachsen haben, so Pörksen weiter. Dies müsse bei den weiteren Entscheidungen eine Rolle spielen. Der Inzidenzwert von 50 als alleiniger Maßstab für Lockerungen sei keine verlässliche Größe mehr, und der R-Wert müsse nun stärker berücksichtigt werden. Dieser beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person durchschnittlich ansteckt, für einen Rückgang der Pandemie muss er unter 1 liegen.
Sobald die Verkehrslage es zulasse, sollen die Impfzentren wieder mit den Impfstoffen beliefert werden. Das sagte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz. Künftig sollen die Zentren nur noch ein Drittel statt bisher die Hälfte der Impfstoffe von Pfizer/Biontec für die zweite Impfung zurückhalten, damit mehr Menschen eine erste Impfung erhalten könnten. Nach Gesprächen mit den Herstellern habe der Krisenstab nun den Eindruck, dass sich die Liefermenge verlässlich stabilisiert habe.
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Die Busse von Stadt- und Regionalverkehr Hildesheim fahren im frühesten Fall wieder ab morgen Mittag. Das gaben beide Unternehmen heute bekannt. Es sei aber auch möglich, dass der Betriebsstopp noch verlängert werde, wenn die Lage es erfordere.
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Der Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten, der an der Uni Hildesheim lehrt, hat vor vorschnellen Entscheidungen über Corona-Lockerungen gewarnt. Er sagte in einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst, die Politik sei in einer Zwickmühle. Einerseits wachse der gesellschaftliche Druck, jetzt eine klare Lockerungsperspektive aufzuzeigen, andererseits scheine die Informationsgrundlage für einen verlässlichen Fahrplan jetzt noch zu fragil. So sei etwa noch unklar, wie die Impfkampagne beschleunigt werden könne, und das genaue Risiko durch die neuen Virus-Mutationen sei nicht absehbar. Jetzt schon einen Weg aus dem Lockdown weisen zu wollen, würde angesichts dieser Fragen schlimmstenfalls bedeuten, den Menschen falsche Versprechungen zu machen.
Zwar seien Stufenpläne, wie sie in der vergangenen Woche erstmals durch das Land Niedersachsen vorgeschlagen worden waren, grundsätzlich ein sinnvolles Instrument - sie müssten aber auf einer "robusten Entscheidungsgrundlage" fußen, andernfalls drohe ein Vertrauensverlust in die Politik. Deshalb würde er den Entscheidern dazu raten, dem Erwartungsdruck so lange standzuhalten, bis alle Fragezeichen ausgeräumt sind, so Corsten. Bei einer vorzeitigen Lockerung sei nicht nur mit einem erneuten Emporschnellen der Fallzahlen zu rechnen, sondern auch mit wachsendem Unwillen, weitere Einschränkungen hinzunehmen und mitzutragen.
Kritikern riet Corsten dazu, sich in die Lage der Entscheidungsträger zu versetzen. Im zweiten Jahr der Pandemie sei die politische Verantwortung in der Krise nicht kleiner, sondern größer geworden. Zugleich aber müsse die Politik fortdauernde Grundrechtseinschränkungen gut begründen und besser dokumentieren, "dass sie ihre Hausaufgaben macht". So erwarte die Gesellschaft z.B. mehr Tempo bei der Impfkampagne.
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